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Teri DeSario, unsere Chorleiterin

Teri DeSario - die großartige Leiterin von GosBL, dem Gospelchor Hamburg Blankenese

Teri DeSario (2008)

 

 

"Gute Gospelmusik ist genau so wichtig wie die klassische Kirchenmusik."

 

 

Teri DeSario kommt ursprünglich aus Miami, Florida. Nachdem sie als professionelle Sängerin und Songschreiberin erfolgreich die ganze Welt bereist hat, ist jetzt Kollmar an der Elbe ihre neue Heimat geworden: Die Pastorengattin liebt die Landschaft hinterm Deich und das norddeutsche Landleben.

Bevor Teri zur Gospelmusik fand, hatte sie sich bereits zahlreichen anderen Musikstilen intensiv gewidmet. Nach ihrer Begegnung mit der Renaissance- und frühen Barockmusik und neben ihrer stets gelebten Liebe zur Folkmusik absolvierte sie ein Studium des Jazz und der experimentellen Musik des 20. Jahrhunderts. International bekannt und auch kommerziell sehr erfolgreich wurde sie dann im Bereich des Pop: In den 70er und 80er Jahren nahm Teri vier Alben auf, die u.a. von Barry Gibb und KC ('KC and the Sunshine Band'), einem alten Freund aus Schulzeiten, produziert wurden. Mit "Yes, I'm Ready" gelangte sie sogar auf Platz zwei der 'Billboard Hot 100'; diese Platte wurde mehr als eine Million mal verkauft.

 

Später kehrte sie dem Plattengeschäft den Rücken, um sich ganz der zeitgenössischen christlichen Musik zu widmen. Auch hier fand sie höchste Anerkennung: 1986 wurde sie mit ihrer Aufnahme 'Voices in the Wind' in der Gospel-Kategorie „Best Female Performance“ für einen Grammy nominiert.

 

Gegenwärtig leitet Teri drei Chöre und arbeitet als freischaffende Künstlerin und Gesangslehrerin in Hamburg und Schleswig-Holstein.

 

„Gute Gospelmusik ist genauso wichtig wie die klassische Kirchenmusik“, sagt Teri DeSario in ihrem ersten Gespräch mit Pastor Helmut Plank. „Die verschiedenen  Musikrichtungen können wunderbar koexistieren, da sie sich gegenseitig ergänzen“. Erklärtes Ziel von Teri ist es, die Akzeptanz von Gospelmusik als ernstzunehmender geistlicher Musik auch in Deutschland zu stärken.

Herzlich willkommen, Teri!



"Friedenbringer gebraucht!" (August 2009)


Teri DeSario über den Chor und seine Bedeutung für die Mitglieder

 

 

Seit dem Frühjahr 2008 habe ich das Glück, die Chorleiterin des Gospelchores “GosBL” zu sein.  Unser Repertoire besteht aus zeitgenössischer amerikanischer christlicher Musik, einer Form qualitativer populärer Musik mit einer christlichen Botschaft. Wir singen Lieder, die Hoffnung, universelle Liebe, Toleranz, persönlichen Glauben und spirituelle Gemeinschaft zum Ausdruck bringen.  Musikalisch besteht unser Repertoire aus Elementen klassischer Musik bis hin zu Blues and Jazz, und - nicht zu vergessen - den “bewegenden” Gospelrhythmen begleitet von Händeklatschen und Stampfen der Füße.

 

In den letzten anderthalb Jahren habe ich beobachtet, daß viele Menschen von unserer Musik in ihrem Herzen berührt werden und zwar dadurch, daß die Chormitglieder wirklich meinen, was sie durch ihren Gesang zum Ausdruck bringen. Jedes Chormitglied verbindet sich mit der Musik und ihrem religiösen Inhalt auf seine oder ihre Weise und fühlt sich verpflichtet, so schön und gut wie möglich zu singen. Ich habe auch bemerkt, daß sich die Menschen durch die Gottesdienste, die wir mitgestalten, und durch unsere Konzerte belebt, sich einander verbunden fühlen. Ich führe das zum Teil auf die Tatsache zurück, daß unser Chor eine wahre Gemeinschaft ist und diesen Gemeinschaftsgeist auch anderen Menschen vermittelt. GosBL-Mitglieder machen es zu ihrer Priorität, eine Atmosphäre zu schaffen, in welcher eine authentische Gemeinschaft entstehen und blühen kann.

 

Meiner Meinung nach kann dies in hervorragender Weise geschehen durch Chorgesang, eine natürliche Weise, Menschen in all ihren staunenswerten Verschiedenheiten zu einen. Ich glaube, die Mitglieder des GosBLs versuchen, auf bescheidene Weise Frieden zu praktizieren.






Teri über Gospel, Goethe und Gesangbuch (November 2008)


Für den Gemeindebrief der Blankeneser Kirche am Markt (Ausgabe 52, November 2008) hat Stefanie Hempel ein Interview mit Teri DeSario geführt. Sie können den Gemeindebrief als PDF-Datei von der Website blankenese.de herunterladen oder Teris interessante Antworten auch gleich hier lesen.

 

 

Liebe Teri DeSario, ich sehe eine herzliche, fröhliche Frau mit einem kleinen Akzent vor mir.


Ich bin in Miami aufgewachsen und erst 1997 durch meinen Mann nach Deutschland gekommen. Nun leben wir auf dem Lande in der Nähe Hamburgs.


Und Sie leiten seit April dieses Jahres den Gospel-Chor, wie kam es dazu?


Ein hiesiges Chormitglied sang in einem früheren Chor von mir und machte mich auf diese Ausschreibung aufmerksam. Anfangs war ich sehr skeptisch. Ich habe Musik studiert, bin Sängerin und schrieb selber Lieder, aber in dem Genre zeitgenössischer Hymnen von Klassik über Pop bis Jazz. Gospel schätze ich, aber die Vorstellung, dass eine deutsche Gruppe eine Show in englischen Gospels macht, schien mir fremd. Als ich jedoch diesen Chor hörte, war ich begeistert. Die Sänger sind enthusiastisch und singen mit Herz und Seele. Dies ist keine aufgesetzte Show. Es war wie ein heiliger Wind in meinem Gesicht, es war mächtig und authentisch. Sie singen diese englischen Lieder mit einer Frische und Intensität, die ich zu Hause kaum gehört habe.


Ist es für Sie eine Form des religiösen Ausdrucks?


Unbedingt. In jeder Probe möchte ich, dass die Menschen eine Christus-Erfahrung haben, oder wie immer sie es nennen mögen. Ich kann es spüren, der Klang und Raum ändert sich. Jedes einfache Lied klingt dann erhaben, wenn diese Menschen zum authentischen, begeisterten Singen kommen. Man kann es fast ein kleines Wunder nennen, ich glaube an Wunder.


Was ist das Besondere an Gospel?


Vielleicht die Intention, der Ursprung. Er liegt in den westafrikanischen Rhythmen und der Harmonie englischer, irischer, französischer und deutscher Musik, die sich in Amerika damit mischte. Der Ursprung des ganzen ist der Wunsch dieser Menschen, in ihrem Leben zu einem neuen Weg aufzubrechen. Sie lebten oft in Armut und Verzweiflung in der Hoffnung auf etwas Besseres. Die Exodus-Geschichte, der Aufbruch Moses in eine neue Welt, liegt diesen Liedern zugrunde.


Wie möchten Sie diesen Chor im Leben der Gemeinde platzieren?


Wir sind dabei, ein Leitbild zu erstellen. Wenn die Absichten nicht klar sind, gibt es Missverständnisse über die Ziele. Ich bin ja erst kurze Zeit „dabei“. Mein Wunsch ist es, in dieser Gemeinde mehr musikalisch zu gestalten, z.B. auch im 10 Uhr-Gottesdienst, aber mein Wunsch ist hier nicht allein entscheidend.


Könnten auch Kinder so einen Chor bilden?


Dazu kann ich nur den Wunsch äußern, dass für Kinder eine Sprache gefunden wird, die zu ihnen passt, in Deutsch.


Was halten Sie von den Liedern in dem evangelischen Gesangbuch?


Eine schwierige Frage. Bei vielen, die später geschrieben wurden, ist das Niveau gesunken – in allen Kirchen. Es sinkt in dem Versuch, die Menschen anzusprechen. Jeder versucht dieses Problem auf seine Weise zu lösen: wie kann man den modernen Menschen erreichen mit dem „lebendigem Wasser“ und dieses auf einem Weg, der nicht seine Intelligenz beleidigt. Eine Musik muss erfunden werden, die die Erhabenheit des Klassischen und die Zugänglichkeit der Popmusik hat. Unsere Musik muss authentisch sein, von Herzen kommen können. In Amerika ist vieles einfacher, denn wir leben nicht mit der „Last“ von Jahrhunderte alter Geschichte. Wir haben mehr Freiraum, unseren religiösen Gefühlen im Gesang Ausdruck zu geben. Aber auch hier war es einmal anders: Goethes Vater hatte nur zeitgenössische Kunst an seinen Wänden. Der „Fetisch“, immer nur das Alte heilig zu halten, entstand erst viel später.


Aber wie sollen wir in einem Gottesdienst die musikalische religiöse Sprache von Jugendlichen und älteren Menschen vereinbaren?


Ich kann das nicht konkret beantworten. Ich möchte aber sehen, dass wir der Zukunft Raum geben. Ältere können liebevoll mit Jüngeren umgehen, denn wir geben ihnen diese Welt. Wir sollten mehr ihre Sprache finden und es wird eine gute sein. Die Anliegen der jungen Menschen sind andere als unsere. Diese Musik muss nicht im Niveau sinken. Gospel ist ja auch die Erhabenheit einer alten Tradition mit einer neuen Sprache. Ein Arvo Pärt ist heute großartig. Geben wir den Jugendlichen ihren Gesang. Ich schätze Bach sehr, aber er ist ein alter Herr und darf ruhig manchmal länger schlafen. Ich freue mich, in diesem Chor und dieser Gemeinde zu arbeiten. Wir sind eine spirituelle, musikalische und soziale Verbindung.



 

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